Raus in die Natur. Rein ins Erlebnis.

Ein Wanderfreund und bedeutender Wanderführer hat uns verlassen

Wilfried Schmidt hat am 24. Februar im Alter von 84 Jahren seine letzte Wanderung angetreten.

Er gehörte, wie Dr. Cronau in der SGV-Chronik schrieb, „…zu den tief im SGV verwurzelten großen, frohen und stets einsatzbereiten Gestalten der deutschen Wanderbewegung.“ Seit 1958 Mitglied im Sauerländischen Gebirgsverein hat Wilfried Schmidt in der SGV-Abteilung Wuppertal und ab Mitte der 80er Jahre in der Abteilung Arnsberg deutliche Spuren hinterlassen. Von 1962 bis 1974 war er Wanderwart in Wuppertal. In Zusammenarbeit mit der Bundesbahndirektion Wuppertal hat er u. a. über einen langen Zeitraum Schienenbusfahrten in unterschiedliche Wandergebiete organisiert, ca. 10 Fahrten/Jahr. In der Abteilung Arnsberg waren es vor allem Themenwanderungen, die er zu geschichtlich und kulturell interessanten Gebieten und Städten geführt hat. Darüber hinaus hat er gemeinsam mit seiner Frau Marianne ab Mitte der 90er Jahre für die Westfalenpost mehr als 1.000 Wandervorschläge erarbeitet, die wöchentlich veröffentlicht wurden.

1961 wurde Wilfried Schmidt Mitglied im SGV-Hauptwanderausschuss und führte seit dieser Zeit Ferienwanderungen auf Vereins- und Verbandsebene. Seit dem Mauerfall 1989 führten seine Wanderungen in die neuen Bundesländer, um den Teilnehmern die Natur und Kultur Mitteldeutschlands vertraut zu machen.

Von 1970 bis 1974 hat er die Aufgaben des SGV-Hauptwanderwartes übernommen. Als Hauptkulturwart von 1992 bis 2003 gab er den Anstoß, die SGV-Hauptwanderwege nicht nur mit einer Ziffer zu benennen, sondern mit einem Namen, der Bezug zu der jeweiligen Region hat. Viele Namensvorschläge und Erklärungen dazu hat er erarbeitet.

Wilfried Schmidt wurde 1993 als Beisitzer in den Vorstand des Deutschen Wanderverbandes berufen und 1997 zum Verbandswanderwart gewählt. Das Amt hat er bis 2007 ausgeübt.

Im SGV leitete er von 1977 bis 2005 in der Funktion als Stellv. Hauptwanderwart die Aus- und Weiterbildung von Wanderführern. Die kulturelle Erschließung der Wanderlandschaft war ihm ein besonderes Anliegen. Pragmatisch, aber auch mit philosophischen Gedanken hat Wilfried Schmidt sein Wissen und Können ungezählten Wanderfreunden weitergegeben und sie zu motivieren Wanderleitern ‚geführt‘, die dann oft Aufgaben in Abteilung, Bezirk oder Gesamtverein übernommen haben. Unvergessen bleiben seine Wochenendseminare zur Adventszeit mit den Kaminabenden, die ihren Schwerpunkt in Geschichte, Literatur und Musik hatten.

1997 wurde beim DWT in Wernigerode die bundeseinheitliche Wanderführerausbildung beschlossen. An der Festlegung der Ausbildungskriterien war Wilfried Schmidt maßgeblich beteiligt. Seit diesem Zeitpunkt hat er auch in vielen Verbandsvereinen Wanderführer-lehrgänge durchgeführt.

Das Bundesverdienstkreuz wurde Wilfried Schmidt am 29. Mai 2006 verliehen. Ein Jahr später ehrte ihn der DWV für seine Verdienste um die Wanderbewegung mit der Carl-Carstens-Medaille.

Wilfried Schmidt war langjähriger Mitarbeiter in der Redaktion der Sauerlandzeitung/ Kreuz&Quer. Zum Thema Wandern gibt es viele Veröffentlichungen von ihm. Unter dem Thema „Vom Glück, ein Wanderführer zu sein“ schrieb er: „Der rechte Wanderführer tritt hinter das Werk zurück; er steht auch nicht vor der Gruppe oder über ihr, er steht in ihr. Richtig führen heißt, den Weg zu den Mitwanderern sprechen zu lassen, bedeutet, auf die Landschaft zu achten und auf ihre Stimme zu lauschen. Der beste Wanderführer ist der, den man nicht spürt, den man aber vermisst, wenn er nicht da ist.“

 

Der Sauerländische Gebirgsverein wird Wilfried Schmidt sehr vermissen!

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