Förderprojekt: Stärkung des Ehrenamtes in Südwestfalen

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Die ehrenamtliche Vereins- und Kulturlandschaft ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft und sie steht in der heutigen Zeit vor neuen Herausforderungen, welche schön länger einen Trend weg vom Vereinswesen zeigen. An dieser Stelle sind nicht nur Schwierigkeiten wie die immer weiter fortschreitende Digitalisierung oder der demografische Wandel zu nennen, sondern auch eine wachsende Komplexität der Vereinstätigkeiten. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist im Rahmen der Regionale 2025 das Projekt „Zukunft des Ehrenamtes in Südwestfalen sichern“ gestartet. Mit dem Förderprojekt startet eine zukunftsweisende Kampagne zum nachhaltigen Erhalt von ehrenamtlichen Vereinsstrukturen. Über eine Zeit von sechsunddreißig Monaten sollen die Probleme, vor welchen die ehrenamtliche Arbeit steht, untersucht und Maßnahmen zum Entgegenwirken entwickelt werden.

„Vereinsarbeit braucht einen Qualitätssprung, um effektiv zu sein, Nachwuchsfragen zu lösen und Handlungsfähigkeit zu bewahren“, so SGV Präsident Thomas Gemke. „Unser Fokus richtet sich bewusst auf die Zielgruppen, denn das Ehrenamt muss auf sie und ihre Bedarfe zugeschnitten werden und nicht umgekehrt. Dabei dienen uns die Wanderabteilungen des SGV und die Mitgliedsvereine des WHB mit ihrer breit gefächerten Vereinskultur als Bezugsrahmen.“

Der SGV ist mit derzeit 32.000 Mitgliedern in 20 Bezirken und 223 Abteilungen der Projektträger des Ehrenamtsprojekts. Das Projekt wird durch die NRW-Stiftung mit Sitz in Düsseldorf gefördert und ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Sauerländischen Gebirgsverein, dem Westfälischen Heimatbund und weiteren Vereinen:

- Landeswanderverband NRW e. V.
- Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V.
- Landesgemeinschaft Naturschutz und Umweltschutz Nordrhein-Westfalen e. V.
- Volksmusikerbund NRW e. V. - Sauerländer Schützenbund e. V.
- Deutsche Wanderjugend Landesverband NRW e. V.
- Kreissportbünden Südwestfalen

„Das Pilotprojekt möchte verbandsübergreifend Lösungen entwickeln, denn das Thema Nachwuchsgewinnung und Vorstandsnachfolge bewegt Vereine unabhängig von ihrem thematischen Fokus“, so WHB-Vorsitzender Matthias Löb. „Es geht uns um übertragbare Empfehlungen für eine krisensichere Ehrenamtsarbeit, die zugleich zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen – ein Vorhaben mit Ausstrahlung weit über Südwestfalen hinaus.“

Das Vorhaben wird durch eine Lenkungsgruppe begleitet, in welcher Projektpartner und weitere Experten vertreten sind. Die Lenkungsgruppe übernimmt die strategische Entwicklung und wird die Projektstelle, die an die Geschäftsstelle des Projektträgers angegliedert ist und die operative Steuerung des Projektes übernimmt, beraten und unterstützen. Der Sauerländische Gebirgsverein dient dem Projekt als Projektträger, weshalb bei dem SGV eine extra Projektstelle geschaffen und mit Kevin Sina besetzt wurde. Mit ersten Projektmanagement-Erfahrungen und einem Studium klassischer und christlicher Archäologie, sowie Geschichte und allgemeiner Studien im Gepäck, freut sich der 26-Jährige Warsteiner auf seine neue Aufgabe und die Herausforderungen des Projekts.

Das Konzept ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Zuerst werden Vereinsstrukturen und Problemfelder untersucht und daraus Zielsetzungen für die Stärkung des Ehrenamtes abgeleitet. Im Anschluss sollen konkrete Handlungsmaßnahmen durch Arbeitscamps, Tagungen und Workshops entwickelt werden, um den Zielsetzungen gerecht zu werden. Die entwickelten Maßnahmen sollen danach in verschiedenen Abteilungen und Ortsvereinen angewendet werden. Zudem werden Coachings entwickelt, um Informationen zu unterschiedlichen Themen zu vertiefen. Die Coachings sollen auf die individuellen Probleme der Abteilungen und Ortsvereine zugeschnitten werden, um direkte Lösungsansätze zu vermitteln. Nachfolgend soll die Wirksamkeit der Maßnahmen evaluiert werden und zuletzt die Handlungsmaßnahmen weiterentwickelt und ein Schulungsprogramm geschaffen werden.

Bereits im ersten Abschnitt der Kampagne sind die Abteilungen des Sauerländischen Gebirgsvereins und die Vereine des Westfälischen Heimatbundes, sowie die weiteren Projektpartner in das Projekt eingebunden. Um diverse Strukturen und Thematiken zu untersuchen, werden verschiedene Fragebögen an die Vorstände und Mitglieder der Vereine geschickt. Hier sollen nicht nur strukturelle Aspekte untersucht werden, sondern auch die Motivation, die Unterstützungserfordernisse und die Vorstellung der Arbeit der Ehrenamtler für die Zukunft. Im späteren Verlauf des Vorhabens können sich die Abteilungen ebenfalls beteiligen. Geplant ist eine Beteiligung von rund zwanzig SGV-Abteilungen und WHB Ortsvereinen unterschiedlichen Charakters, welche sich freiwillig für eine Mitarbeit am Projekt bewerben können. Besonders im späteren Teil des Konzepts soll sich die Zusammenarbeit mit den Abteilungen vertiefen. An dieser Stelle werden verschiedene Handlungsmaßnahmen und Lösungsansätze in beispielhaften Abteilungen durchgeführt. In der Zusammenarbeit mit den einzelnen Abteilungen sollen individuelle Lösungsansätze geschaffen und entwickelt werden, um den Herausforderungen der heutigen Zeit entgegenzukommen. Zusammengefasst bietet das Projekt Chancen, um lokale Strukturen zu schaffen und zu stärken und dient der Erstellung eines Plans zur nachhaltigen Entwicklung des Ehrenamts. Vereine sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und mit dem Verlust dieser droht ein Wegfall vieler gemeinnütziger Aktionen; hier soll mit dem Projekt entgegengewirkt werden. Das Unterfangen dient somit nicht nur dem Erhalt der ehrenamtlichen Vereine, sondern somit auch der Aufrechterhaltung von Gesellschaft und Kultur und einer Schaffung von Zukunftsaussichten.

Für Fragen zum Projekt „Zukunft des Ehrenamtes in Südwestfalen sichern“ melde dich gerne bei Kevin Sina unter: k.sina@sgv.de

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