Raus in die Natur. Rein ins Erlebnis.

Leuchtende Kinderaugen sind für ihn das größte Lob

Karl-Heinz Tacke begeistert Jung und Alt auf seinem Waldlehrpfad

HERSCHEID  Um spannende Abenteuer zu erleben, muss man nicht weit reisen. Diese Erkenntnis gewannen die Teilnehmer einer besonderen SGV-Familienwanderung.
Das Interesse daran war groß: An beiden Grundschulen war für diesen Ausflug geworben worden. Mehr als 100 Schüler, Väter und Mütter hatten sich angemeldet. Daher wurde die Gruppe aufgeteilt: Am Samstag waren die Herscheider an der Reihe, tags darauf fuhr die Hüinghauser Schule nach Wiblingwerde.
Dort wurden die Besucher von Karl-Heinz Tacke empfangen. Der Land- und Forstwirt im Unruhestand hatte im Jahr 2009 gemeinsam mit dem Hegering Altena einen etwa zwei Kilometer langen Waldlehrpfad angelegt. Mehr als 20 Schautafeln wurden angefertigt und verraten Details über dieses grüne Klassenzimmer. Der Lehrpfad erfreut sich großer Beliebtheit: Allein im vergangenen Jahr hat Tacke 43 Führungen geleitet. Darunter befanden sich 35 Schulklassen, die nicht nur aus dem Märkischen Kreis, sondern aus dem gesamten Ruhrgebiet stammten. „Wenn man die Begeisterung in den Augen der Kinder sieht, dann kann man sich nur freuen“, beschreibt der 76-Jährige seine Motivation.
Was er damit meint, wurde schnell klar. Denn wenn Karl-Heinz Tacke vom Ökosystem Wald berichtet, dann ist das keine graue Theorie. Er zeigt den Kindern den Wald nicht nur zum Anfassen – alle Sinne werden bei dieser Führung angesprochen. Kräuterduft, Blattformen, Insektenhotel: Es gab viel zu entdecken. Zwischendurch staunten
Groß und Klein über einen sagenhaften Panoramablick.

Für besonders pfiffige Teilnehmer, die Pflanzenarten benennen konnten, hatte Tacke eine Überraschung parat: Schlaue Füchse erhalten bei ihm ein Fuchsfell um den Hals. Dieses wechselte während der Wanderung mehrfach den Besitzer – die Kinder waren begeistert. „Wenn wir unsere Gesellschaft verändern wollen, dann müssen wir mit den Kindern anfangen“, lachte der erfahrene Jäger.

Besonderes Interesse fand eine Wiese mit Korn- und Ringelblumen: Diese war früher ein Sportplatz. Heute befindet sich dort ein großes Nahrungsangebot für Blütenbestäuber wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen. Zudem wurden auch Obstbäume gepflanzt. Dies alles war mit einem großen Kraftaufwand verbunden. Doch auch dafür fand Tacke eine sinnvolle Lösung: Er sprach Jugendliche an, die aus lauter Langeweile im Dorf negativ aufgefallen waren.
Es sei ein Leichtes gewesen, die Teenager für das Projekt zu gewinnen; sie seien sehr engagiert gewesen. Zum Abschluss der Wanderung wurden die beiden heimischen Gruppen auf den Hof Tacke eingeladen. Dort wurde über einem kleinen Lagerfeuer Stockbrot gebraten. Dazu wurden Würstchen vom Grill und Getränke gereicht und Spiele
durchgeführt. Zudem zeigte der Gastgeber den Besucher seine Scheune, eine Art Tiermuseum. Darin sind alle Tierarten, die im Sauerland leben, als Exponate zu sehen. Vom Wildschwein über Rehkitze und Singvögel bis hin zu Insekten – diesen Nachmittag werden die Familien so schnell nicht vergessen. dg

Text: Süderländer Tageblatt
Bilder: D. Grein und S. Holthaus

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