
Sauerländischer
Gebirgsverein e.V.
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Kooperationen (Mai 2010)
Natur in Bewegung – Bewegung in der Natur
Der SGV beteiligt sich an einer Initiative, die das erlebnisoriertierte Schulwandern in NRW fördert
Für viele wird die Erinnerung an Wandertage in der Schulzeit zwiespältig sein. Wandertage, das hieß zum Einen: Schulfrei! Wandertage, das hieß zum Anderen oft: weitgehend zielloses Stapfen über ausgetretene Feldwege – und der Letzte trägt den Erste-Hilfe-Koffer. Echte Erlebnisse sind etwas anderes. Um den Schülern lehrreiche Erlebnisse zu bieten, gingen die Exkursionen dann immer häufiger in die hektische Stadt anstatt aufs ruhige Land. Mit dem Ziel, die Verbundenheit der Schüler mit der Natur wieder zu stärken, hat sich jetzt eine prominent besetzte Initiative zur gemeinsamen Förderung des Schulwanderns gegründet, an der der SGV maßgeblich beteiligt ist.
Neben dem SGV als Teil der Arbeitsgemeinschaft der Gebirgs- und Wandervereine in NRW beteiligen sich an der Initiative mit dem Motto „Natur in Bewegung – Bewegung in der Natur" die nordrhein-westfälischen Ministerien für Schule und Weiterbildung sowie für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Darüber hinaus zählt die Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes NRW (NUA) zu den Unterzeichnern der Absichtserklärung.
Die Initiative verfolgt das Ziel, Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit zu geben, Natur unmittelbar zu erleben. Alle Beteiligten verstehen dieses Erleben als aktive Wahrnehmung von Natur und nicht als lediglich passives Durchlaufen von Landschaften. Schulministerin Barbara Sommer stellt folgerichtig das persönliche Erleben in den Mittelpunkt, wenn sie von den langfristigen Zielen des Projekts spricht. Erst der persönliche Eindruck versetze Kinder und Jugendliche in die Lage, „den Wert der Natur im Spannungsfeld unterschiedlicher Sichtweisen und Interessen aus eigener Anschauung schätzen zu lernen." Umweltminister Eckhard Uhlenberg unterstützt diesen Aspekt nachdrücklich: Man sei erst bereit, etwas aktiv zu schützen, wenn man dessen Wert durch persönliche Erfahrung schätzen gelernt habe. Der SGV und die anderen Wandervereine in Nordrhein-Westfalen garantieren mit ihrem Expertentum, dass Schulwandern tatsächlich die notwendige Erlebnisqualität erhält, um bei Schülern Empathie für ihre Umwelt zu wecken. SGV-Präsident Aloys Steppuhn unterstreicht dies mit dem Hinweis auf die Vielzahl von engagierten und geschulten Fachreferenten für Wege sowie ausgebildeten Wanderführern, die gerne mit Schulen zuammenarbeiten. Und er sieht den Wert der Initiative nicht nur auf die Wandertags-Teilnehmer, also die Schüler, beschränkt: „Das Schulwandern eröffnet auch neue Möglichkeiten als generationsübergreifendes Projekt und bietet Anregungen für Naturerlebnisse im Familien- und Freundeskreis", denkt Steppuhn einen Schritt weiter.
Das Konzept des mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung gestarteten Projekts ist in der Tat viel versprechend: Die zielgruppengerechte, erlebnisorientierte und lehrreiche Unterstützung von Schulwandern durch die Experten in den Wandervereinen kann den Schülern die verloren geglaubte Begeisterung für die Natur vermitteln. Etwas, für das man sich begeistert, möchte man bewahren. Das durchaus vorhandene passive Interesse am Naturschutz wird so zu aktivem Einsatz. Und etwas, das man für so schützenswert hält, möchte man mit Freunden und Familie teilen. Und so wird der Kreis engagierter Naturfreunde immer größer.
Nachdem sich die Initiative nun zunächst gegründet und Ziele formuliert hat, soll im Laufe des Jahres ein Arbeitsprogramm erstellt werden. Koordiniert von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW werden auch weitere Partner wie der Deutsche Wanderverband, die Deutsche Wanderjugend, Naturschutzorganisationen, Biologische Stationen, Naturparke, Schullandheime, Jugendherbergen, Jugendwaldheime und Stiftungen mit einbezogen.
Schulwandern in NRW, soviel scheint sicher, wird mit den drögen Wandertagen aus der eigenen Erinnerung nicht mehr viel gemeinsam haben.
Finanzielle Unterstützung für Wegearbeit?
Der SGV sucht in einem Arbeitskreis zusammen mit anderen Wandervereinen, Touristikverbänden und der Politik nach Möglichkeiten, die Qualität des Wegnetzes trotz geringerem ehrenamtlichen Engangement aufrecht zu erhalten
Das moderne GPS-Gerät? Oder doch die detaillierte Wanderkarte im kleinen Maßstab? Der zuverlässigste Wegweiser ist für viele Wanderer wohl weder das eine noch das andere. Die meisten vertrauen auf das klassische Wegezeichen als Wegweiser auf den verzweigten Wanderrouten im riesigen Wegenetz. Welch großer Aufwand hinter der Markierung von Wanderwegen steckt, ist allgemein eher wenig bekannt. Erst wenn ein Zeichen vergessen oder nicht ausreichend sorgfältig angebracht wurde, wird der unschätzbare Wert dieser kleinen Markierungen deutlich: Ohne Wegezeichen keine Wanderwege; so einfach ist das.
Doch die Pflege der Wegemarkierung ist nicht länger sichergestellt, lag sie doch bislang fast ausschließlich auf den Schultern von ehrenamtlich tätigen Wegezeichnern. Da die Mitgliederzahlen der Wandervereine jedoch zurückgehen und gleichzeitig die Bereitschaft der Mitglieder sinkt, sich ehrenamtlich einzubringen, reichen deren Schultern nicht mehr aus, um die gesamte Markierungsarbeit zu tragen. Dies trifft nicht nur die Wandervereine ins Mark. Gerade die Kommunen und Touristikverbände, für die das Wanderangebot essentieller Bestandteil der regionalen Attraktivität ist, sehen sich mit dem Problem konfrontiert, die Qualität ihrer Angebote nicht auf bisher übliche Weise aufrecht erhalten zu können. Um die Wegemarkierung in bewährter Manier fortsetzen und damit die Touristikern und Kommunen zugute kommende Qualität sicherstellen zu können, sind die Wandervereine auf eine generelle und dauerhafte finanzielle Unterstützung für die Wegemarkierung und die Ausbildung der Wegemarkierer angewiesen. Diesen Bedarf trugen für den SGV und alle Wandervereine in NRW nun SGV-Präsident Aloys Steppuhn und SGV-Hauptgeschäftsführer Benno Wolfgang Ecker während eines Gesprächs im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW in Düsseldorf vor. Im Rahmen des von Staatssekretär Dr. Alexander Schink geleiteten Gespräches betonten die Teilnehmer ausdrücklich den Wert eines intakten Wegenetzes für den Tourismus und die Bevölkerung. Hingewiesen wurde in diesem Kontext auch auf die Notwendigkeit, das Wanderwegenetz zu reduzieren und nach dem Motto „Qualität vor Quantität" das Engagement auf die guten und ausgezeichneten Wege zu konzentrieren.
Zur vertiefenden Diskussion der Problematik und Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich insbesondere mit zwei Themen auseinandersetzt: der Optimierung des Wanderwegenetzes sowie der zukünftigen Verteilung von finanziellen Lasten. Das Team untersucht diese Fragen exemplarisch anhand der Naturparke Nordeifel und Rothaargebirge. Im Arbeitskreis sind neben Vertretern von Politik und Tourismus auch die Wandervereine in NRW prominent vertreten. Die Interessen des SGV bringt Hauptgeschäftsführer Benno Wolfgang Ecker zum Ausdruck.
Meilenstein für die Digitalisierung der Wanderwelt
Die Zusammenarbeit der südwestfälischen Kreise mit dem SGV bei der Erstellung eines digitalen Freizeitkatasters ist besiegelt
Die Digitalisierung der Wanderwelt schreitet voran. Einen weiteren Meilenstein auf diesem Weg stellt die Kooperationsvereinbarung zwischen den fünf südwestfälischen Kreisen und dem SGV dar, die die Zusammenarbeit in der digitalen Karten-Welt besiegelt. Anlässlich der Unterzeichnung der Kooperationsverträge freute sich SGV-Präsident Aloys Steppuhn, dass Südwestfalen so zu einer „Pilotregion für ganz Nordrhein-Westfalen" werde.
Im Kern geht es bei dieser Kooperation des SGV mit den Kreisen darum, ein kommunales Freizeitkataster zu erstellen. Diese Bündelung von Kompetenzen füllt nun endgültig das Vakuum, das entstanden war, als das ehemalige Landesvermessungsamt NRW vor zwei Jahren die Produktion von Wander- und Freizeitkarten ein- und die Pflege des landesweiten Freizeitkatasters in Frage gestellt hatte. Dieser Krisensituation nahm man sich beim SGV und dem Hochsauerlandkreis schnell an und suchte nach kommunalen Lösungen. Die nun unterzeichnete Kooperationsvereinbarung ist das Ergebnis dieser Überlegungen: Die von den Katasterbehörden der Kreise gelieferten Geobasisinformationen fließen mit Informationen des SGV über Wanderwege, Markierungszeichen und Freizeiteinrichtungen in das digitale Freizeitkataster ein. Dabei hilft die Kompatibilität der Informationen: „Die Kreise und der SGV sind technisch gut ausgerüstet. Die Datenstrukturen passen einfach zusammen", erklärt Benno Wolfgang Ecker, Hauptgeschäftsführer des SGV. Für den Wanderer bietet das digitale Freizeitkataster die komfortable Möglichkeit, sich von seinem PC den Kartenausschnitt auszudrucken, der für seine Wandertour relevant ist.
Bei aller Digitalisierung der Wanderwelt wird die klassische Wanderkarte nicht vergessen. Derzeit wird überlegt, aus dem von den Katasterbehörden zusammengestellten Datenpool eine einheitliche Wander- und Freizeitkartografie für Südwestfalen abzuleiten.
Wenn also bei der Planung einer Wandertour analoge und digitale Angebote zukünftig Hand in Hand gehen, so gilt für das tatsächliche Wandererleben bis auf weiteres: Unvergessliche Wandererfahrungen gibt es ausschließlich analog.
Kooperation mit Geobasis NRW auf gutem Weg
Die Kooperation zwischen den Wandervereinen in NRW, den Kommunen und der Abteilung 7 Geobasis NRW der Bezirksregierung Köln ist auf einem guten Weg. Der zur Unterschrift vorliegende Kooperationsvertrag sieht vor, dass das Freizeitkataster durch Geobasis NRW weiter gepflegt und ausgebaut wird. Dabei erheben die Wandervereine alle relevanten Freizeitinformationen und stellen sie Geobasis zur Verfügung, wo sie in den Grunddatenbestand eingepflegt werden. Zur Herstellung eigener Wanderkarten können die Wandervereine kostenfrei auf diese Datenbestände zugreifen. Der Kooperationsvertrag sieht außerdem eine Aufstockung der Honorare für das Erheben der Daten vor: Die Arbeit aller Wandervereine wird dann nach einem neuen und einheitlichen System honoriert.
2.400 Teilnehmer – Sonne, Natur und gute Laune
Der 28. Ruhrgebietswandertag – erlebnisreich wie eh und je
Aus allen Teilen NRWs reisten die Teilnehmer zu den Startorten des 28. Ruhrgebietswandertages. Dormund-Brackel entsandte die Radfahrer, und von den Bahnhöfen Holzwickede und Fröndenberg-Frömern starteten die Wanderer nach Unna. „Felder, Wiesen und Auen bei herrlichstem Sonnenschein zu durchstreifen, die Natur vor Ort erleben und tolle Aussichten genießen, das ist die richtige Entspannung", freuten sich SGV-Vizepräsident Jörg Haase sowie RVR-Regionaldirektor und SGV-Mitglied Hans-Dieter Klink am Ziel, dem Marktplatz in Unna. 2.400 Teilnehmer, davon ca. 300 Radfahrer, diese Zahl konnte sich sehen lassen und erfreute besonders die Veranstalter, den Regionalverband Ruhr (RVR) und den SGV, die gemeinsam nun zum 28sten Male dieses Wanderhighlight Wirklichkeit werden ließen. Aktiv auch die Prominenz, denn Landrat Michael Makiolla und Bürgermeister Werner Kolter ließen es sich nicht nehmen, die Wanderstrecke von Holzwickede aus mit zu erleben.
Stimmungsvoll das Wandererfest auf dem Rathausplatz in Unna, wo sich der 28. Ruhrgebietswandertag nahtlos an den Westfalenmarkt anschloss. „Wir kommen nächstes Jahr wieder", so der Tenor vieler Teilnehmer. Nächstes Mal, das ist turnusgemäß Ostersonntag, 24. April 2010, denn der Ruhrgebietswandertag findet schon immer am letzten Sonntag im April statt. Vielleicht gibt's 2011 die erste Ausnahme – schau'n wir mal.
SGV-Präsident Aloys Steppuhn begrüßte die Wisente
Die Wisente sind zurück in NRW. Mittlerweile 11 Tiere (davon eine trächtige Kuh) werden in einem Gehege im Rothaargebirge bei Bad Berleburg auf ihre Auswilderung vorbereitet. Eines der Tiere genoss bei der Ankunft die Freiheit gleich so richtig - und büxte aus. Präsident Aloys Steppuhn, Knut van Gemmeren (SGV-Hauptfachreferent für Wandern und Freizeit) und Anton Schmidt (SGV-Regionalvertreter Siegen-Wittgenstein) waren dabei.
Wanderer brauchen sich vor den riesigen Tieren – ein Bulle wird bis an die 3m lang, 2m hoch und ca. 1 Tonne schwer, die Weibchen ca. 600 kg – nicht zu fürchten. Wanderern, die ein Wisent sehen, sollen diesen seltenen Anblick genießen. Der Wisent hält als Pflanzenfresser und Fluchttier immer eine sichere natürliche Fluchtdistanz (mindestens 100m), deshalb besteht keine Gefahr versichern die Experten. Erfahren Sie mehr unter:
www.wisente-rothaargebirge.de.
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