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„Jugend zwischen Krieg und Frieden"
Projekt zum Pakt mit der Jugend 13.-15.11.2009 in Köln
Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir einige Projekte zu den Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen durchgeführt und dabei mit einigen PolitikerInnen diskutiert. Dieses Projekt im Rahmen des „Pakt mit der Jugend" des Landes NRW war genauso und doch ganz anders.
Genauso weil wir auch im Rahmen dieses Seminars mit Politikerinnen und Politikern unterschiedlicher Parteien diskutiert haben.
Ganz anders weil wir uns diesmal nicht mit „kleinen" kommunalen Themen auseinander gesetzt haben, sondern mit den „großen" Fragestellungen rund um Krieg und Frieden in der Welt, also auch mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
Die drei Artikel der Jugendlichen der Projektgruppe geben einen Einblick in die spannende Arbeit.
Vorbereitung
In Vorbereitung auf die politische Diskussion zum Thema „Jugend zwischen Krieg und Frieden" trafen wir uns zunächst in kleinen Ortsgruppen im Sauerland, in Eschweiler und in Dringenberg. Bei unserem ersten Treffen machten wir ein Brainstorming, sodass deutlich wurde, wie viel wir über den Afghanistaneinsatz schon wussten und welche Themen uns interessierten. Daraufhin erhielten wir von Mike Quellen und informative Texte, mit denen wir uns bis zum nächsten Treffen auseinandersetzten. Außerdem erhielten wir zwei Bücher, zum einen „Himmel und Hölle" (von Malorie Blackman, Boje-Verlag 2008), das sich mit der Entstehung von Terrorismus auseinandersetzt, zum anderen „Himmel über Falludscha" (von Walter Dean Myers, Boje-Verlag, 2009), das von den Erlebnissen und Gefühlen eines jungen US-amerikanischen Soldaten im Irakkrieg handelt. Als wir uns nach sechs Wochen wiedertrafen, hatten wir alle viel über vergangene und aktuelle Ereignisse in Afghanistan gelesen. So konnten wir uns dort und auch am 13. November in Köln austauschen und über schwierige Themen diskutieren. Hierbei wurde deutlich, dass viele Probleme bei diesem Thema berücksichtigt werden müssen. Auch in Köln setzten wir uns mit Artikeln, vor allem mit Stellungnahmen des Verteidigungsministeriums auseinander. So entstand eine Sammlung von Fragen und Themen, die wir den Politikern stellen wollten.
Projektwochenende
Während eines dreitägigen Seminares in der Jugendherberge Köln-Deutz waren die Jugendlichen in der Lage, die zuvor erarbeiteten Themenbereiche gemeinsam zu diskutieren. Ziel war es, eine gemeinsame Basis für die Podiumsdiskussion zu schaffen, die für das Projekt „Jugend zwischen Krieg und Frieden" den Höhepunkt darstellte.
Hierzu waren im Vorfeld spannende Persönlichkeiten aus Parteipolitik und Aktivistenkreisen eingeladen worden, deren Zuspruch durchweg positiv ausfiel, einzig ein Vertreter der CDU/CSU wurde vermisst. Währenddessen waren Hannelore Tölke, Stadtverordnete der LINKEN in Bonn in Vertretung des leider Verhinderten Paul Schäfer sowie Dr. Ralf Heinen (SPD) aus dem Kölner Stadtrat, der in Afghanistan ein Schulprojekt voran treibt, in die Alte Feuerwache Köln gekommen. Ebenfalls ließ es sich Patrik Kupischke aus dem Arbeitskreis Internationales der GRÜNEN nicht nehmen, einen wichtigen Teil zum Diskurs beizutragen, während Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerkes Friedenskooperative stellvertretend für die außerparlamentarische Opposition den Jugendlichen Rede und Antwort stand.
Schnell ließ sich feststellen, dass aufgrund der sorgfältigen Vorbereitungen die Gespräche einen fruchtbaren Verlauf nehmen würden und sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen konnten. Besonders Dr. Heinens Erfahrungen in konkreter Arbeit erwiesen sich als wichtig, denn sein Projekt in Kabul trägt bereits seit Jahren vor Ort einen wichtigen Teil zum direkten Fortschritt der Entwicklungsmaßnahmen in Afghanistan bei. Auch die Anwesenheit von Herrn Stenner brachte einen großen Schatz an konkretem Wissen in die Gespräche mit ein, denn ohne auf parteipolitische Richtlinien Rücksicht nehmen zu müssen, konnte er auf Basis ganz persönlicher Positionen das Gespräch voranbringen. Frau Hannelore Tölke, die ebenfalls ursprünglich aus Kreisen der Friedensbewegungen stammt, stellte ihrerseits sehr klar die Position ihrer Partei heraus, die im medialen Tagesgeschehen oft so verkürzt wird, dass eine differenzierte Betrachtung nur schwer möglich ist. Herr Patrick Kupischke trug schließlich dazu bei, sehr genau die Unterschiede zwischen den grundsätzlich ähnlichen aber dennoch nicht deckungsgleichen Positionen zu klären, was dem Diskussionsverlauf die nötige Darstellungsschärfe verlieh.
Im Konsens ließ sich vor allem um das Stichwort „Verantwortung" herum festhalten, dass eine Arbeit der Staatengemeinschaft in Afghanistan richtig und wichtig ist, und das auch Deutschland seinen Teil dazu beitragen soll und muss, die Lage in Afghanistan dauerhaft zu verbessern. Festgehalten wurde hier insbesondere die dringende Notwendigkeit der Deutschen Polizeiarbeit sowie die Rolle ziviler, konkreter Projekte. Selbstverständlich waren die zwei Stunden des Podiumsgespräches nicht genügend, um umfassende Lösungsansätze zu erarbeiten. Dennoch erhielten die Jugendlichen einen intensiven Eindruck über die Probleme des Landes und konnten ihre eigene Meinung weiterentwickeln und festigen.

Auswertung
Die anwesenden Parteien, Linke, SPD, Grüne und die Friedenskooperative, waren fast durchgehend einer Meinung. Die Definition von Krieg lautete nach unserer Überlegung „Organisierte Auseinandersetzung zweier Fraktionen mit militärischen Mitteln". In Afghanistan herrscht Krieg und die Bundeswehr soll aus Afghanistan raus.
Die Meinungsgleichheit hatte zur Folge, dass die erwartete Diskussion sich nicht so stark entfachte. Auch deshalb, weil CDU und FDP leider nicht vertreten waren.
Es wurde klar, dass die zivilen Strukturen gestärkt werden müssen. Dabei erhielt Dr. Heinen besondere Bewunderung für das Schulprojekt, das er in Kabul unterstützt.
Wir kamen zu dem Schluss, dass es keine Sofortlösung gibt, dass aber dringend etwas geändert werden muss.
Eine Truppe, die Afghanistan angreift und eine nachfolgende Truppe, die die Aufgabe hat wiederaufzubauen, kann nicht die richtige Vorgehensweise sein.
Die Diskrepanz zwischen zwei von uns gezogenen Schlüssen wurde deutlich: Zwar soll die Bundeswehr raus, aber die Hilfe beim Aufbau ist ebenfalls sehr wichtig.
Unser Fazit ist: Das Wochenende war sehr gelungen und informativ und hat uns verschiedene Meinungen und Ansichten klar gemacht und näher gebracht.
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