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Schmallenberger Sauerland: Hier geht was
Von Herzblut, Höhenflügen und überdimensionalen Wandersocken
entnommen der Ausgabe
Kreuz & Quer 02/2008
Texte: Heidi Steinkopf
Bilder: Schmallenberger Sauerland
Ein Jahr nach Kyrill präsentiert sich das Schmallenberger Sauerland mit Top-Wanderereignissen, die die Attraktivität und Vielfalt der Region als Wanderparadies dokumentieren. Dem Engagement und Herzblut vieler Menschen im Sauerland ist es zu verdanken, dass der Schock aktiv überwunden, jedoch nicht vergessen ist, der Naturkatastrophe mit der Einrichtung des Kyrill-Pfades in Schanze ein sichtbares Zeichen gesetzt wurde. Und dennoch: Trotz aller Härten, die der Sturm mit sich gebracht hat. Das Leben ging im Einklang mit der Natur weiter. Ob "Sauerländer Höhenflug", Kyrill Pfad, Hollenmarsch, WanderNacht und Wander Festival® - die Sauerländer haben Grund zu feiern und freuen sich auf ihre Gäste.

Bödefeld: Mit Herzblut und Gemeinsinn
Vom 31. Mai - 01. Juni dreht sich in Bödefeld alles rund um das Wandern. Rund 200 ehrenamtliche Helfer des Ortes arbeiten bereits seit Monaten mit viel Herzblut und Gemeinsinn daran, dass das Wanderwochenende mit Hollenmarsch, Hollenlauf, Hollenparty, Wander Nacht und WanderFestival® ein voller Erfolg wird. Darunter auch die aktive ortsansässige SGV-Gruppe und Mitglieder des Verkehrsvereins Bödefeld. "Diese haben sich in hohem Maße ehrenamtlich engagiert, damit das Wanderfest in ihrem idyllischen Ort einen bleibenden Eindruck bei den Wandergästen hinterlässt", so Ralf Brune, Mitorganisator des Wanderwochenendes.
So wurden durch den ortsansässigen SGV 300 Bänke rings um Bödefeld in den letzen Monaten instandgesetzt, ein Naturerlebnisspielplatz für Kinder gebaut, der 10 km lange Hollenpfad instandgesetzt, der 2,5 km lange Pilgerpfad und der 5,8 km lange Freiheitheitspfad, für Eltern mit Kinderwagen, Jung und Alt, mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Rollstuhlfahrer hergerichtet und markiert, damit man sich bei individuellen, geführten und gefühlten Wanderungen ganz der Natur überlassen kann. "Wir hoffen, dass sich unser Mut und unser monatelanges Engagement für dieses Pilotprojekt durch eine gute Besucherresonanz auszahlen wird", so Ralf Brune, der an diesem Wochenende mit 10.000 Wanderlustigen rechnet.
Ein Besuch des idyllischen Orts Bödefeld lohnt sich in jedem Fall, denn den Wandergast erwartet neben einer topgepflegten Wanderinfrastruktur ein Programm, das eindrucksvoll zeigen soll, wie viele Spielarten das Wandern hat: Die Angebotspalette reicht von "wandern extrem" über 100 Kilometer, über "wandern individuell" mit Routenempfehlungen, "wandern spezial" mit Top-Führungen, die nirgendwo sonst angeboten werden, bis hin zur erlebnisreichen Wandernacht und einer Wanderolympiade für die ganze Familie mit fünf Disziplinen von Rucksackweitwurf bis Schnell-Schnüren eines Riesenschuhs in Größe 70. Zeitgefühl, Fitness, Gemütlichkeit, Geselligkeit mit SGV, Deutschem Alpenverein, Wanderprominenz sowie Wanderreiten sind weitere Kriterien für viel versprechende Wandervielfalt im Ort Bödefeld.
Weitere Infos:
www.hollenmarsch.de
www.wanderfestival-sauerland.de
Premiumwanderweg "Sauerländer Höhenflug"
Die Vorbereitungen für die Eröffnung eines neuen Fernwander- und Premiumwanderweges, dem "Sauerländer Höhenflug", gehen in die heiße Phase. Am 31. Mai ist es dann soweit: Der 243 Kilometer lange Premiumwanderweg wird dann durchgängig mit einem weißen H auf orangefarbenem Grund - markiert vom SGV in NRW und Hessisch Waldeckschen Gebirgsverein im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen - offiziell in Sundern-Wildewiese auf dem Gelände des Aussichtsturms Schomberg eröffnet.
Dorothea Valerius, Eventmanagerin des Stadtmarketings in Sundern: "Wir erwarten Prominenz aus Politik und Kultur sowie 1.000 Besucher, die auf dem Festgelände einen ersten Eindruck bekommen werden, was den Wanderer auf 240 Kilometern zwischen Altena / Meinerzhagen und bis Korbach erwartet." Auf 400 bis 800 Höhenmetern können Natur- und Kulturbegeisterte, Sport- und Freizeitwanderer unvergessliche Weitblicke, landschaflichen Reichtum, unvermutete Stille und Naturidylle erleben. Der 243 Kilometer lange Premiumwanderweg "Sauerland Höhenflug", der nahezu vollständig auf Bergkämmen verläuft, führt auf den Spuren der historischen Heidenstraße, verbindet grenzüberschreitend Regionen, und soll dem Wanderer mit herrlichen Panoramablicken in luftiger Höhe das Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit und tiefem Durchatmen schenken, getreu dem Slogan: "Nur fliegen ist schöner".
Unterwegs werden nicht nur die Naturparks Ebbe, Rothaar, Homert und Diemelsee durchquert, sondern auch vier Kreise, die das touristische Projekt auf den Weg gebracht haben: Der Märkische Kreis, der Kreis Olpe, der Hochsauerlandkreis und der Landkreis Waldeck-Frankenberg. "Ingesamt führt er durch das Gebiet von 18 sauerländischen Orten: Altena, Attendorn, Schmallenberg, Eslohe, Finnentrop, Hallenberg, Hemer, Herscheid, Iserlohn, Medebach, Neuenrade, Plettenberg, Sundern, Willingen, Winterberg und Korbach. "Die gesamte Route kann individuell als Schuppertour über 2 - 3 Tage gebucht werden, sportlich in 6 Etappen oder gemächlich in 8 Etappen von insgesamt 133 Kilometern von Korbach bis Wildewiese erwandert werden. Davon 24,2 Kilometer im Schmallenberger Sauerland und weitere 18 km in der Gemeinde Eslohe und das nahezu ohne Wanderkarte, so Hubertus Schmidt, Kur- und Freizeit GmbH.
Eine Übersichtskarte über den Sauerland Höhenflug, ein Gastgeberverzeichnis sowie ein Programmheft über Veranstaltungen entlang des Weges sind in Arbeit und können ab Ende Mai in den Touristinformationen der beteiligten Anrainerorte abgeholt oder angefordert werden. "Entlang der Strecke sind darüber hinaus an den schönsten Aussichtspunkten zunächst 20 Panoramatafeln geplant", so Christian Müller, vom Projektbüro in Olpe. Sie sollen dem Wanderer neben den Aussichten auch Informationen darüber geben, was im Detail zu sehen ist. "Die erste Panoramatafel steht bereits in Altena-Hegenscheid am Flugplatz, weitere werden folgen", so Christian Müller.
Weitere Infos:
www.schmallenberger-sauerland.de
Der Naturkatastrophe ein Zeichen gesetzt:
Kyrill Pfad in Schanze wird am 24. Mai eröffnet
"Die Idee, einen Kyrill-Pfad in Schanze zu installieren, hatte die Landesforstverwaltung der Ranger", so Fred J. Hansen, Einsatzleiter der Ranger. Angeregt durch den Lothar-Pfad im Schwarzwald, der von den Wanderern dort sehr gut angenommen wird, sollte mider Installation eines Kyrill-Pfades in Schanze der Naturkatastrophe ein bleibendes Zeichen gesetzt werden. In Kooperation mit dem Fremdenverkehrsverein Grafschaft-Schanze, dem Rothaarsteigverein, der Dorfgemeinschaft Schanze und dem Verein Freunde und Förderer Rothaarsteig e.V., wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Der Kyrill-Pfad, der am 24. Mai eingeweiht wird, befindet sich in einem ca. 3,5 ha großen Waldgebiet.
Dort sind die 100-jährige Fichten, die vor einem Jahr durch Kyrill wie Streichhölzer geknickt wurden, nach dem Sturm liegen geblieben. Der anspruchsvolle Pfad ist 1 Kilometer lang und führt die Besucher über und unter sowie zwischen den Baumstämmen hindurch. "Man sollte gut zu Fuß sein und eine Stunde Zeit mitbringen", so Ranger Fred J. Hansen. In Planung ist bereits ein weiteres 250 m langes Teilstück. Dieser Weg wird für Menschen mit Gehbehinderung rollstuhlgerecht ausgebaut.
Angesagt: Radwandern im Sauerland
Abseits der beliebten Mehrtagesstrecken von 150 bzw. 220 km Länge, wie der Lenneroute und dem RuhrtalRadweg, gibt es lohnenswerte Radrouten. So wartet die Bike-Arena Sauerland mit 1.700 Streckenkilometern, verteilt auf fast 40 unterschiedlich konzipierte Touren für Familien, Trekking und Sportbiker sowie Straßenrad fahren. All denjenigen, die es gemächlicher und genussvoll für alle Sinne lieben, sollten sich den "Sauerland Radring" unter die Pedale nehmen. Der familienfreundliche Rundweg folgt den Flüssen und geht von Schmallenberg über Lennestadt und Finnentrop durch den seit dem 19. April wieder eröffneten Fledermaustunnel nach Eslohe und von dort zurück nach Schmallenberg.
Der "Fledermaustunnel" ist der Höhepunkt des "SauerlandRadring", der die Orte Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt auf einem 84 km langen Rundkurs miteinander verbindet. Mussten die Radler in den letzten 5 Monaten aufgrund der Tunnelschließung die etwas längere und wegen der Steigung mühevolle Winterumfahrung über Schliprüthen, Salwey und Sieperting in Kauf nehmen, so können sie jetzt wieder auf direktem Weg über die ehemalige Bahntrasse die Gemeinde Eslohe erreichen. Viele Fahrradfreunde genießen seit Mai letzten Jahres das facettenreiche "Dahinrollen" auf dem Ring, Senioren ebenso wie Familien mit Kindern.
Kein Verkehr, kaum Steigungen oder Gefälle und nirgendwo unliebsame Rüttelpisten, denn rechtzeitig zur Eröffnung der diesjährigen Saison hat die Gemeinde Finnentrop den letzten noch nicht asphaltierten Abschnitt zwischen Deutmecke und Fretter mit einer Schwarzdecke versehen lassen, wodurch dieses Teilstück auch für Inliner noch wesentlich attraktiver geworden ist. Schattige Wälder, Felder und Wiesen, liebliche Dörfer laden zur Rast ein. Doch es ist nicht allein die verlockende Landschaft, die den "SauerlandRadring" so attraktiv macht. Entlang des Weges liegen Sehenswürdigkeiten, für die man ein wenig Zeit einplanen sollte, wie z.B. die Alte Mühle mit Café-Stübchen in Frettermühle, das Maschinen- und Heimatmuseum in Eslohe oder die historische Besteckfabrik in Fleckenberg. Stille Winkel, attraktive Freizeitbäder, wie z.B. das SauerlandBAD in Bad Fredeburg, das EsselBAD in Eslohe und weitere familiengerechte Spielplätze, Ausflugs- und Einkehrziele vervollständigen das touristische Angebot entlang der Strecke. Für diejenigen, die es noch nicht kennen, ist jetzt wieder Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen.
Weitere Infos:
www.bike-arena.de
www.sauerlandrandring.de
www.lenneroute.de
www.ruhrtalweg.de
Originalität ist Trumpf: Strumpfparade im Sauerland
Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen der Aktionsgemeinschaft Schmallenberg für die Schmallenberger Woche vom 27. - 31. August. Die 16. Auflage der Veranstaltungsreihe steht unter einem besonderen Motto: "Schmallenberg da läuft was - Schmallenberger Strumpfparade". Sichtbares Symbol für das Motto sind insgesamt 23 überdimensionale 3,50m hohe Unterschenkel, die von den Vereinen und den Orten der Stadt Schmallenberg gestaltet werden und die West- und Oststraße zur Strumpfparade machen. "Mit Unterstützung unseres Partners "Falke" wollen wir zusammen mit den Dörfern die Attraktivität und Vielfalt unserer Region als Wanderparadies für Jung und Alt auf unterhaltsame Art aufzeigen und damit aktiv und nachhaltig für unsere Region werben.
Zum Programm gehören auch eine Sternwanderung des SGV. "Ingesamt 400 - 500 SGVer haben sich bereits angemeldet", so Martin Vollmert vom Aktionskreis "Schmallenberger Sauerland". Die traditionelle Oldtimer-Ausfahrt "Oldtimer Classic" sowie ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm am Samstag auf dem Schützenplatz sind Bestandteil des Rahmenprogramms. Guter Brauch ist auch, dass die Partnerstädte Wimereux und Burgess Hill in das Programm integriert sind. "Unseren Partnerstädten Burgess Hill und Wimereux wurde jeweils ein Strumpfrohling zugeschickt, damit diese auch von ihnen gestaltet werden können. Das Ergebnis wird dann im Rahmen der Strumpfparade zu bewundern sein. "Die Prämierung der besten Wandersocken wird dann ähnlich dem Modus des Eurovision de la Chanson durch Eigenbewertung und einen Fragebogen vorgenommen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am 31. August", so Martin Vollmert.
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