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Marotten, Menschelndes und Mykonos: Thomas Fritsch

"Ich freue mich natürlich auf Urlaub. Aber so ist es auch ganz in Ordnung!"

Text: Thomas Reunert
Fotos: IKZ/ARD

"Freizeit? Was für eine Freizeit? Soll ich Ihnen mal sagen, wie lange ich schon nicht mehr auf meiner griechischen Insel Mykonos war. Ich glaube im letzten Jahr waren es gerade mal vier oder fünf Tage. Ich sehne mich danach, dass es April wird. Dann kann ich mal für ein paar Tage ausspannen. Vielleicht! Wenn bis dahin nicht wieder etwas anderes kommt!"

Oha! Eigentlich hatte ich Thomas Fritsch nur die inzwischen hinlänglich bekannte SGV-Frage gestellt: "Und was machen Sie so in Ihrer Freizeit?" Aber da ging auch sofort schwer die Antwort-Post ab. Weil der Mann im Moment offensichtlich viel zu tun hat. Aber sich auf der anderen Seite auch so sehr nach etwas Ruhe sehnt.

Er könne es nämlich richtig genießen, auch mal für einen Zeitraum einfach nicht zu tun. Und jetzt schildert er mit gleißendem Fritsch-Lächeln dann eben auch seinen Ausblick von seinem weißen Turmhaus auf einem Hügel von Mykonos. Er schildert die Ruhe, die ihn verleitet, einfach einmal ein Buch in die Hand zu nehmen und die griechischen Götter gute Männer sein zu lassen. Er erzählt von seinen Badeausflügen am Strand von Mykonos, wo die Einheimischen ihn den "blonden Sorbas" nennen. Die Einheimischen, denen es im Grunde ihres grundgütigen Herzens völlig egal ist, dass er der Thomas Fritsch aus Deutschland ist. Der Star! Der Thomas Fritsch, den so viele Menschen kennen und verehren. Der der Damenwelt gleich welchen Alters über viele Jahre und noch immer und immer wieder ein lustvolles Schnalzen entlockt.

Gut, sprechen wir also kurz über das Alter. "Ich bin ja seit ein paar Tagen Rentner," sagt Thomas Fritsch und die kleinen Lachfalten in den Augenwinkeln strahlen, als ginge es um ihr Falten-Leben. Damit meint er natürlich die Tatsache, dass er kurz vor unserem Gespräch seinen 65. Geburtstag gefeiert hat. Gefeiert? "Ach, wissen Sie, mir ist das eigentlich ziemlich egal. Soll ich mich darüber ärgern, dass ich älter werden? Nein, das ist einfach so und nicht schlimm." Und dann erzählt er etwas, was so nebensächlich klingt und doch ganz viel Mut und Hoffnung in sich trägt: "Wenn es dann eben mit dem Körper nicht mehr so toll geht, dann suche ich mir Dinge, die ich auch im Sitzen machen kann. Man muss sich doch einfach auf jede Situation einstellen können."

Und er macht ansonsten so gar nichts, um sich fit zu halten? "Dooooch!", kommt es wie aus der Pistole geschossen, "ich schlafe zum Beispiel sehr gern - und lange." Eigentlich sei er ja auch ein ganz normaler Mensch, der mit dem üblichen Star-Heckmeck gar nicht mithalten könne. Es würde sich zum Beispiel ganz normal ernähren. Und das mit dem Alkohol hätte er auch eher reduziert, weil "es mir am nächsten Morgen nicht gut geht. Also lässt man das dann ganz automatisch."

Als wir uns vor Jahren schon einmal getroffen haben, hatte Thomas Fritsch einen Hund. So ein niedlicher, aufgeweckter Geselle, der irgendwie auch schon ganz schön griechisch aussah. Als erste Reaktion auf die Erinnerung strahlt der Schauspieler. "Der ist aber leider tot," sagt Thomas Fritsch dann und die Augen bekommen einen leichten Trauerschimmer. "Ich habe fünf Hunde bis zu ihrem Tod begleiten dürfen. Und es ist mir immer schwerer gefallen. Nun mache ich erst einmal eine Pause. Je stressiger mein Leben in den letzten Jahren geworden ist, so komplizierter ist es auch für meine Hunde geworden."

Und dann erzählt er an diesem frühen Abend noch von seinem Vater, der deutschen Schauspiel-Legende Willy Fritsch, schwärmt von seiner Mutter, der akrobatischen Tänzerin Dinah Grace. Er spricht über seine Filmpartnerinnen Lilly Palmer, Hilde Knef oder Daliah Lavi wie über Damen, die man eher zufällig beim Einkaufen trifft. Thomas Fritsch ist völlig unaufgeregt. Der Mann, dem die Post dereinst die Fanbriefe in Säcken zu Füßen legte, macht einen so herrlich normalen Eindruck. Aber wahrscheinlich hält er es ja auch mit dem griechischen Gott (Anm. der Autors: Namen leider vergessen!), der dereinst sagte: "Lerne von gestern, lebe für heute, hoffe für morgen."